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Wintersemester 2008/2009
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»Wie schreibt man
Photographie-Geschichte?«
Seminar (für Master
sowie Magister artium) am
Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik
Humboldt-Universität zu Berlin
»Erst wurde die
Photographie erfunden, dann wurde sie entdeckt.« Diese
Bemerkung Douglas Crimps ist, mit Blick auf die Forschung zur
Photographie, alles andere als beiläufig: Denn von einigen
- jedoch bedeutungsvollen - Ausnahmen abgesehen, hat es nahezu
150 Jahre gedauert, bis die Photographie nach ihrer Erfindung
in den 1830er Jahren von den Kunst- und Kulturwissenschaften
als Gegenstand ihres Interesses entdeckt und ernst
genommen worden ist. Und nicht ohne Bedeutung ist es, dass sich
diese Entdeckung nicht allein Wissenschaftler/innen
und Kunstkritiker/innen wie Susan Sontag, Wolfgang Kemp, Roland
Barthes oder Rosalind Krauss verdankt, sondern auch prominenten
Künstler/innen wie Cindy Sherman, Jeff Wall und Gerhard
Richter. Im doppelten Sinn des Wortes haben gerade diese es
verstanden, Photographie-Geschichte zu schreiben.
Standen im Mittelpunkt des Seminars »Bildmedientheorie
der Gegenwart« (im Sommersemester 2008) jüngste theoretische
Positionen zur Vielfalt der Bildmedien, so soll dieses Seminar
im Wintersemester exemplarisch anhand der Geschichte der Photographie
nach den Bedingungen und Möglichkeiten einer Bildmedien-Geschichtsschreibung
fragen: Wie lässt sich die Geschichte eines Bildmediums
überhaupt erzählen? Welche Darstellungsweisen halten
einer kritischen wissenschaftlichen Auseinandersetzung stand?
Welche Kategorien, Kriterien und Argumente wurden und werden
für mediengeschichtliche Narrative gefunden?
An diese Fragen anschließend, sollen im Seminar ältere
wie jüngere Positionen der Photographie-Geschichtsschreibung
analysiert und diskutiert werden, aber insbesondere auch spezifisch
künstlerische Auseinandersetzungen mit der Geschichte der
Photographie. Ziel ist die gemeinsame Erarbeitung eines problemorientierten
Ansatzes zur Bildmediengeschichte, der am hierfür gewählten
Beispiel der Photographie fortlaufend überprüft werden
soll.
Einführende Literatur:
Michel Frizot (Hg.): Neue Geschichte der Fotografie, Köln
1998. - Bernd Stiegler: Theoriegeschichte der Photographie,
München 2006. - Bernd Stiegler: Bilder der Photographie.
Ein Album photographischer Metaphern, Frankfurt am Main 2006.
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Sommersemester 2008
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»Bildmedientheorie
der Gegenwart«
Seminar am Hermann von Helmholtz-Zentrum
für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin
»Was ist ein Bild?« fragte Gottfried Boehm 1994
im Titel eines von ihm herausgegebenen und viel beachteten Sammelbandes.
So grundsätzlich sich diese Frage für die an Bildern
interessierten Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaften ausnimmt,
die Vielfalt der hierauf gegebenen Antworten ist überwältigend
und gewiss auch irritierend. Sollte das von Boehm in diesem
Zusammenhang geprägte Stichwort des iconic turn eine tief
greifende und methodologisch fundierte Hinwendung zum Bild im
Allgemeinen zum Ausdruck bringen, so gilt dies in besonderer
Weise auch für die seither intensiv diskutierten Fragen
nach der spezifischen Medialität von Bildern. Probleme
der Produktion, der Wahrnehmung, der Rezeption sowie der Imagination
von künstlerischen wie nicht-künstlerischen Bildern
werden hierbei akut. Anhand dieses Seminars soll versucht werden,
einen ersten Überblick über wesentliche Interessen,
Fragen und Probleme der jüngeren Bildmedientheorie, die
für die kunst- und kulturwissenschaftliche Forschung relevant
geworden sind, zu gewinnen. Im Mittelpunkt jeder Sitzung wird
dabei ein Schlüsseltext dieser Debatten stehen, dessen
Argumente in gemeinsamer Diskussion nachvollzogen und anhand
ausgewählter Bildbeispiele überprüft werden sollen.
Zum Seminar wird ein Reader vorgelegt.
Einführende Literatur
zum Überblick: Gernot Böhme: Theorie des Bildes, München,
2., veränd. Aufl. 2004. - Lambert Wiesing: Artifizielle
Präsenz. Studien zur Philosophie des Bildes, Frankfurt
am Main 2005. - Gottfried Boehm (Hg.): Was ist ein Bild?, München,
4. Aufl. 2006. - Ingeborg Reichle, Steffen Siegel, Achim Spelten
(Hg.): Verwandte Bilder. Die Fragen der Bildwissenschaft, Berlin,
2. Aufl. 2008.
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Wintersemester
2007/2008
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»Bildwelten der
Weltbilder«
Gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph
Markschies
Seminar an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität
zu Berlin
Martin Heideggers Frage:
"Was ist das - ein Weltbild? Offenbar ein Bild von der
Welt. Aber was heißt hier Welt? Was meint da Bild?"
ist aktueller denn je. Weltbilder sind ein Versprechen auf Orientierung
in einer immer unübersichtlichern Welt. Sie geben konkrete
Antworten auf Fragen nach abstrakten Strukturen und sind Ordnungsschemata
unseres Wissens und Leitbild unseres Handelns. Die hierbei gestellten
Fragen betreffen den Kern unserer Vorstellungen von der Welt:
Welche Gestalt hat die Welt? Welche Kräfte und Ideen wirken
in ihr? Woraus besteht sie? Wie ist sie entstanden? Wie sieht
ihre Zukunft aus? Es sind Fragen nach einer umfassenden Ordnung,
die den Menschen umgibt, und der Stellung, die der Mensch in
dieser Ordnung einnimmt. Doch diese Welt wird nicht nur sprachlich
erschlossen, sondern auch visuell. Im Weltbild steht der begrifflichen
Ordnung eine modellhaft anschauliche Ordnung gegenüber.
Im Seminar sollen gemeinsam die ideengeschichtlichen und medientheoretischen
Voraussetzungen erarbeitet werden und anhand einer Auswahl konkreter
Weltbilder überprüft werden.
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| Sommersemester
2007 |
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»Logik der Geste.
Hand-Zeichen in Bild und Text«
Gemeinsam mit Prof.
Dr. Horst Wenzel
Seminar am Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik
der Humboldt-Universität zu Berlin
Es ist eine Zielsetzung der
Forschergruppe "Bild-Schrift-Zahl" am Hermann von
Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, die Einheit der Geste,
des Wortes, des Körpers und der menschlichen Rede, des
Werkzeugs und des Denkens wieder in den Blick zu nehmen, die
durch die wechselseitige Ausdifferenzierung der verschiedenen
Wissenschaften verblasst ist. Im Fokus des Seminars sollen daher
die durch die Hand ausgeführten Gesten und Gebärden
stehen und damit der Zusammenhang von Sehen und Hören,
von Sagen und Zeigen, von Greifen und Begreifen. Die vielfältigen
Verbindungen von Gebärdensprache und Vokalsprache sollen
gemeinsam untersucht werden am Beispiel der Hand als Werkzeughand,
Memorialhand, Schreibhand, Rechenhand, Zählhand, Notenhand
etc. Im Mittelpunkt stehen hierbei die medialen Verschiebungen
der Handgebärde' zwischen Text und Bild.
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| Wintersemester
2004/2005 |
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»Kunstgeschichte
der Linie«
Proseminar am Kunsthistorischen Institut der Humboldt-Universität
zu Berlin
Unter Abwandlung eines vielfach
bemühten Plinius-Zitates lässt sich mit einigem Recht
sagen: Nulla ars sine linea. Diese Behauptung verliert an Banalität,
wenn man die vielfältigen und überraschend unterschiedlichen
Erwartungen betrachtet, welche Künstler, Kunsttheoretiker
und schließlich Kunsthistoriker an eines der elementaren
künstlerischen Ausdrucksmittel, die Linie also, richteten.
Mit einem deutlichen Akzent auf der Entwicklung neuzeitlicher
Kunst sowie Kunsttheorie sollen gemeinsam zentrale Aspekte einer
Kunstgeschichte der Linie rekonstruiert und auf ihre impliziten
Probleme hin befragt werden. Hierher gehören mythologische
Ursprungserzählungen von Begriffen wie Idealität,
Individualität (Signatur) und nicht zuletzt der Begriff
der Kunst selbst. Betrachtet werden sollen die konstruktive
Funktion der Linie bei der Entwicklung neuzeitlicher Perspektiv-
und Sehtheorie, ihre normierende Funktion im Kontext frühneuzeitlicher
Kartographie, ihr Rolle im Spannungsfeld des Begriffspaares
konkret-abstrakt (Proportionszeichnung; diagrammatische Konstruktionen),
und schließlich muss die Frage nach ihrem ästhetischen
Rang (disegno/colore-Disput; line of beauty and grace) gestellt
sowie ihre früh debattierte Eignung als ein kunsthistorischer
Leitbegriff thematisiert werden.
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